8 Fragen, die dich und deine Familie glücklicher machen können!

Kinder essen kostenlos! Die einzige Bedingung: ihre Eltern geben während des Restaurantbesuchs das Handy ab.

Diese Idee hatte ein Restaurant in Großbritannien laut der „Lancashire Post“. Das Ziel: gemeinsame Zeit mit der Familie bei einem Restaurantbesuch in den Mittelpunkt zu stellen, und nicht das Handy.

Wer jetzt denkt, diese Maßnahmen wären übertrieben, der irrt. Obiges Bild hängt im Eingang einer Kölner Kindertagesstätte, da die Erzieherinnen die Nase voll hatten, von Eltern die ins Handy starren, während sie ihre Kinder nach einem langen Tag aus der Kita abholen.

Im September 2018 sind in Hamburg Kinder auf die Straße gegangen, um gegen die übermäßige Handy-Nutzung ihrer Eltern zu demonstrieren. „Am Sandkasten bitte Handyfasten“ oder „Chatte mit mir!“ stand auf den Plakaten der jungen Demonstranten.

Kinder haben genug von Erwachsenen, die ständig auf ihr Smartphone starren und ihre Kinder gar nicht beachten.

Besonders in den ersten Lebensjahren ist eine intensive persönliche Kommunikation entscheidend für die Entwicklung eines guten Selbstwertgefühls des Kindes!

Die Realität sieht jedoch anders aus. Für junge Menschen, die von klein auf Erwachsene ständig online erleben, wird das WorldWideWeb der zentrale und selbstverständliche  Mittelpunkt des Lebens. Die Reaktion, das Bedürfnis nach Beschäftigung, mit Tablet, Smartphone, Fernsehen & Co. ruhig zu stellen, fördert diese Sichtweise massiv.
Als Jugendlicher wird das Smartphone dann ganz selbstverständlich als Hauptkommunikationsmittel genutzt. Direkte Kommunikation, auch den Eltern gegenüber, findet häufig nicht mehr statt.

Auch Lehrer sind davon überzeugt, dass eine smartphonesüchtige Generation heran wächst. Sie erleben häufig, dass Heranwachsende sich oftmals nicht einmal mehr 15 Minuten am Stück auf eine Sache konzentrieren können, und ständig Angst haben, etwas zu verpassen.

Das Smartphone als Liebesersatz?

Anerkennung über Like-Buttons und Herzchen, Nachrichtenfeeds, ohne Ende, um nichts zu verpassen, Bestätigung durch Push-Benachrichtigungen, die Welt teilhaben lassen, an jedem Atemzug, Vibration bei Nachrichteneingang, kostenlose Spieleapps im Überfluss, Emoticons als Liebesbeweis… .

Kinder befriedigen häufig ihre menschlichen Bedürfnisse nach Wertschätzung, Liebe und Anerkennung über digitale Medien.

Sie posieren mit Weichzeichner und Kussmund auf der Jagd nach Anerkennung und dem Wunsch ihrem Selbst durch Likes mehr Wert zu geben.

Apple, Facebook und Google, machen sich diese Entwicklung zu Nutze! Sie bedienen sich speziell programmierter Algorithmen um die Nutzer möglichst lange an das Smartphone zu fesseln. Damit bedienen sie sich der gleichen Mechanismen wie Spielautomaten – mit dem Unterschied, dass das Smartphone eben jederzeit in der Hosentasche steckt.

Erwachsene sind daher, vor allem  beim Gebrauch von Medien, die wichtigsten Vorbilder, denn Verhaltensmuster von Erwachsenen werden durch Nachahmen von Kindern übernommen.

Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ hilft Familien bei der Medienerziehung. Ich empfehle den folgenden Artikel: https://www.schau-hin.info/artikel/papa-leg-das-handy-weg/

 

Auch in Unternehmen macht dieses Verhalten der ständigen Verfügbarkeit und des Smartphone-Dauerchecks nicht halt. Und Obgleich zum Klischee eines Managers  nach wie vor immer die ständige Erreichbarkeit durch das Smartphone gehört, gibt es hier jedoch schon Umdenker!

„Das Smartphone ist eine reine Zeitklau-Maschine. Man will einmal kurz darauf schauen, um etwas zu checken, und bleibt dann stundenlang daran hängen und wird mit Dingen konfrontiert, die man gar nicht wissen wollte.“ wird Birkenstock-Chef Reichert in der Süddeutschen zitiert.

Seine Konsequenz? Der Birkenstockchef schafft sein Smartphone ab und tauscht es gegen ein herkömmliches Telefon ohne Smartphonefunktion um sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Er sei ein Familienmensch und darauf bedacht, dass die Familie nicht zu kurz kommt.

Da kann die „Zeitklaumaschine“ schon stören.“Deswegen muss man sich davon trennen“, sagt er.

Gerade im beruflichen Kontext scheint es jedoch oft besonders schwer, das Arbeitslaptop nicht mit nach Hause zu nehmen, oder nach Feierabend sein Diensthandy auszuschalten. Der Erwartungsdruck, bei einer Mail des Vorgesetzten, auch in der dienstfreien Zeit handeln zu müssen, ist hoch. Daher sind auch andere Unternehmen aktiv geworden, um ihre Mitarbeiter vor technischen Errungenschaften, welche die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeitszeit verschwimmen lassen,  zu schützen.

So können Daimler-Angestellte seit 2013 ihre Mails bei Abwesenheitsschaltung automatisch löschen lassen. Der Absender muss sie ggf. nach Rückkehr des Mitarbeiters neu schreiben.

Bei BMW gibt es eine Betriebsvereinbarung, die ein Recht auf Unerreichbarkeit beinhaltet. In der Freizeit geschriebene Dienstmails werden, darüber hinaus, aufs Zeitkonto gerechnet.

Volkswagen hat sich dazu entschieden, außerhalb der Kernarbeitszeiten, also zwischen 15 Uhr und 7 Uhr und am gesamten Wochenende,  die Server für Mails einfach abzuschalten. Tarifbeschäftigte können auf ihren Dienst-Smartphones keine Mails empfangen oder versenden. Allerdings betrifft die Regelung nur einen kleinen Teil der Belegschaft, nämlich solche mit Tarifvertrag und Diensthandy. Das sind gut 3500 Mitarbeiter, von weltweit rund 570.000 (Quelle: Spiegel).

Das Smartphone einmal wegzulegen und jemandem mit Blickkontakt ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken, ist ein Zeichen von Wertschätzung für sich selbst und für den anderen.

Fakt ist – Kinder die mit zu wenig Aufmerksamkeit bedacht werden, laufen aus dem Ruder, Angestellte, die zu wenig Wertschätzung erfahren, laufen weg!

Zeit etwas zu ändern! Um Ihren Zeitdieben auf die Schliche zu kommen und sich selbst mehr Wertschätzungszeit zu schenken, stellen Sie sich doch einmal folgende 8 Fragen:

  1. Wie oft nutzen sie welche Medien wozu?
  2. Wann läuft bei Ihnen der Fernsehen – und wie lange?
  3. Wie lange nutzen Sie insgesamt diese Medien?
  4. Checken Sie berufliche Mails auch nach Feierabend? Wenn ja, wie oft?
  5. Schauen Sie am mal eben kurz auf das Smartphone, obwohl sie eigentlich gerade etwas anderes tun wollten? Wenn ja, wie oft?
  6. Wie viel Zeit geht beim Surfen mit digitale Medien drauf?
  7. Wie oft bleiben Sie am Handy hängen, obwohl Sie nur kurz was nachsehen wollten?
  8. Gehen sie beim Essen oder bei Gesprächen ans Handy?

Und hier kommt eine Aufgabe für Mutige! Wie wäre es mit Medienfasten?

Das ist eine wunderbare Möglichkeit, um zu überprüfen, wie Ihre medialen Gewohnheiten sind und  wie leicht es Ihnen fällt, auf die Elektronik zu verzichten.

Medienfasten bedeutet, mindestens eine Woche lang jegliche elektronischen Geräte wie Smartphone, Tablet, Laptop & Co. nach Feierabend komplett offline zu stellen.

Die Light-Fassung: mindestens zwei Wochen alle sozialen Medien wie Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. offline schalten und einfach mal beobachten, was das mit dem realen Leben macht. Am Besten in die Timeline fett schreiben „Ich faste Medien!“ und dann ausloggen! Auch aus allen Apps abmelden! Ansonsten kommen nach wie vor Push-Nachrichten.

Smartphone & Co einmal abzuschalten schenkt uns Lebensqualität und wertschätzende Zeit für die, die unsere unbedingte Aufmerksamkeit brauchen. Dann sind solche Schilder wie das der Kölner Kita demnächst hoffentlich überflüssig.  

Ich freue mich darauf, von Ihren Erfahrungen in den Kommentaren zu lesen.

Vielen Dank, dass ich mit meinen Impulsen ein Teil Ihrer Welt sein darf

Herzlichst
Ihre Carolin Amerling